Montag, 18. April 2011

Kennerspiel des Jahres

Das Spiel des Jahres ist eine Marke, die ein Spiel weit über 100.000 mal verkaufen läßt. Zum Vergleich, ohne Auszeichnung würden sich solche Spiele wohl 10.000 - 20.000 mal verkaufen. Die Auszeichnung ist ein Jackpot für Verlag, Autor, Grafiker und wer auch immer alles mithängt. Nicht zu vergessen die zahlreichen Erweiterungen.
Neben dem eigentlichen Spiel des Jahres gibt es auch ein Kinderspiel des Jahres. Und auch das ist ein starker Verkaufspusher.

Und nun kommt ein dritter Preis dazu, das Kennerspiel des Jahres. Ich freue mich darüber, denn das könnte ein wenig meine Richtung von Spiel werden, also eine Art von Spiel, das ich gerne spiele aber auch entwickle. Alles hängt davon ab, wie viel Kenner man sein muß, wie komplex die Spiele sind. Das werden wir nach der ersten Verleihung wissen. Ich hoffe nicht, dass es sich um Hard Core-Spiele mit 3+h Spieldauer handelt. Andererseits muß es sich natürlich vom Spiel des Jahres abheben. Meine Wunschkomplexität wäre in Richtung "Säulen der Erde" oder "Tore der Welt". Also so 30 Minuten Regelerklärung, nicht soviel Glück und ca. 1.5h Spieldauer. Um den Unterschied zum Spiel des Jahres herauszuarbeiten, müßte dieses dann wirklich ein Einsteigerspiel für die ganze Familie sein.

Ein Preis für ein Hard Core-Spiel wäre auch deshalb relativ sinnlos, weil der Markt überschaubar ist und Hard Core Spieler gut informiert sind. Außerdem wäre das Spiel zum Zeitpunkt der Auszeichnung bereits 6-9 Monate am Markt (die meisten Spiele werden in Essen im Oktober veröffentlicht - Auszeichnung ist im Sommer) und gehört damit schon zum alten Eisen :-). Es würde nur eine geringe verkaufsfördernde Wirkung besitzen.

Deshalb denke und hoffe ich, dass das Zielpublikum für das Kennerspiel des Jahres spielerfahrene Erwachsene sind, die über das Spiel des Jahres zu diesem, unserem schönen Hobby gekommen sind.

Kommentare:

  1. Sie wissen schon, daß Freak eine Beleidigung ist?
    Was den Markt für die wirklich komplexen Spiele angeht: Natürlich ist der überschaubar, insbesondere hier in Deutschland, unter anderem weil es keinen großen Preis dafür gibt. Da der Preis "Kennerspiel des Jahres" anscheinend auch nicht in diese Richtung geht, hat die Jury "Spiel des Jahres" ihre Chance erneut vertan. Die nominierten Spiele unterscheiden sich nicht großartig von denen der Kategorie "Spiel des Jahres".
    Was ihre weiteren Argumente angeht: Natürlich sind die engagierten Brettspieler gut informiert. Aber das müssen sie auch sein, da ihre bevorzugten Spiele eben medienmäßig größtenteils ignoriert werden. Und was den Zeitpunkt angeht: Inwiefern unterscheidet sich die Problematik von der anderer Spiele?
    Ich lese aus diesem Blogpost nur Naserümpfen über einen Teil des Hobbys, der ihnen wenig liegt.

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  2. Hallo,
    Also Freak sehe ich nicht als Beleidigung, würde mich sogar selbst als Freak bezeichnen, der 3x pro Woche spielt und viel Zeit und Leidenschaft für dieses Hobby aufbringt. Aber bevor es andere auch als Beleidigung sehen, habe ich Freak mit Hard Core ersetzt. Also ganz und gar kein Naserümpfen!
    Die Nominierung ist da und ich stimme völlig zu: Sie unterscheiden sich nur wenig von den normalerweise nomminierten Spiele.

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