Donnerstag, 30. Juli 2015

Mombasa - Ein fiktionales Spiel

Ab und zu - auch jetzt wieder einmal - gibt es eine Diskussion zu Mombasa und zur Kolonialzeit. Die Kolonialzeit ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Menschheit. Da ist es auch gut, wenn diese Zeit nicht in Vergessenheit gerät, sondern thematisiert wird.
Mombasa tut dies jedoch nicht, denn es handelt sich hierbei NICHT um eine historische Simulation, sondern um ein fiktionales Spiel mit fiktionalen Handelskompanien. Das einzige was nicht fiktional ist, ist der Ort des Geschehens: Afrika. Wir haben tatsächlich mal mit dem Verlag überlegt das Spiel woanders anzusiedeln, aber es wäre doch schade, wenn man kein fiktionales Wirtschaftsspiel in Afrika machen kann, weil jeder gleich an Kolonialzeit denkt.  Afrika ist ein schöner und wirtschaftlich durchaus auch aufstrebender Kontinent - natürlich gibt es große regionale Unterschiede.
Früher hatte das Spiel tatsächlich eine Zeitangabe, aber es war immer "nur" ein Wirtschaftsspiel. Um herauszustreichen, dass es eben keine historische Simulation ist, wurde die Zeitangabe rausgenommen, damit es durch und durch ein fiktionales Spiel ist.

Schon jemand nachgezählt wie oft in diesem Post das Wort "fiktional" vorkommt? :-)

P.S.: Wer eine Diskussion in diese Richtung findet, kann gerne hierher verlinken!

Kommentare:

  1. "Da ist es auch gut, wenn diese Zeit nicht in Vergessenheit gerät, sondern thematisiert wird." - indem in einem "wirtschaftsspiel" spielerisch die ressourcen eines kontinents geplündert werden? was wird da denn thematisiert - außer das eurozentrischer wirtschaftskrieg auf einem nicht fiktiven kontinent gewinnbar sein muss? wo sind denn dann die wirtschaftsflüchtlinge im spiel (für den lerneffekt!)?
    "wenn man kein fiktionales Wirtschaftsspiel in Afrika machen kann, weil jeder gleich an Kolonialzeit denkt" - offensichtlich denken weiße spielemacher, verlage und spieler ja offensichtlich nicht an die zugegebenen parallelen zur kolonialzeit (was in sich ja schon ein klassisches paradox darstellt). richtig müsste es also heißen, dass trotz der kolonialzeit das spiel unbedingt in einem nicht fiktionalen kontinent gespielt werden muss, obwohl alles andere ja sooo fiktional sein soll!
    lassen sie doch mal den 2. weltkrieg nachspielen und verweisen dann darauf, dass es bitte ohne historischen kontext gespielt werden sollte und alles außer europa dabei fiktional gestaltet worden ist - ein ganz anderer krieg (nur in europa eben)...merken sie was? es geht nicht darum, dass weiße eltern und kinder die geschichte ihrer eigenen nationalen kolonialen kriegsverbrechen kennen (wollen) oder nicht - es geht um ihre ignoranz der berechtigten kritik der opfer und ihrer nachkommen mit ihrer "das-wird-man-ja-wohl-noch-spielen-dürfen"-ignoranz entgegentreten und trotzdem auf dem setting in afrika bestehen!
    historische ignoranz gegenüber rassistischen verbrechen und ignoranz gegenüber antirassistischer kritik seitens derer, die bis heute davon betroffen sind, ist selbst eine rssistische vorgehensweise!

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    1. Wow! Soviel Wind um nix. Das ist ein Spiel, um da so eine hohle Diskussion daraus zu konstruieren, muss man schon reichlich verquer im Kopf sein. Ich sehe hier nicht den geringsten Anlass, auf Betroffenheit und "die Welt muss gerettet werden" und "vergesst nur die böse Vergangenheit nicht" Tränendrüse zu drücken. Vergesst doch euer Oberlehrergetue und spielt einfach mehr, das stärkt die soziale Kompetenz!

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    2. Soviel Wind um NIX? Das trifft vielleicht auf Sie zu. Aber nicht auf die Opfer kolonialistischer Folgen (wie Unterdrückung, Plünderung, Besetzung, und kulturelles Ausradieren ihrer Identität)und rassistischer Unterdrückung. Nur weil Sie nicht davon betroffen sind und das weiße Privileg besitzen darüber hinweg zu schauen, als wäre es nicht so wichtig, heißt das nicht, dass das generalisiernd für alle gilt. Ich rate Ihnen mal ihre Position mehr zu reflektieren und zu schauen aus welcher Position heraus Sie so ein Statement setzen. Man kann dieses Spiel nicht von dem historischen Kontext lösen und meinen "es wäre doch nur ein Spiel". Die Spieler werden dazu aufgefordert Länder zu plündern, die nicht ihre sind und das noch nicht mal zu reflektieren. Wenn das keine Verharmlosung des Kolonialismus ist. Der Vergleich von meinem Vorredner ist sehr passend. Wieso kein Spiel schaffen, wo der 2. Weltkrieg nachgespielt wird und es um die Plünderung der jüdischen Besitze geht. Da könnte man auch meinen " es geht doch nur um die Besitze, die Menschen sind doch gar nicht involviert". Und dennoch wird klar, dass dies ein absolutes NoGo wäre, weil die Ethik des Spieles ja suggerieren würde" das es in Ordnung ist" obwohl es das aufjedenfall nicht ist. Sie können solche Spiele nicht von historischen Kontexten lösen. Das wissen Sie genauso gut wie ich, vor Allem ist das Spiel alles andere als fiktional. Hören Sie auf sich einzureden es wäre total legitim das zu machen. Es gibt begründete ethische und moralische Einwände.

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    3. Hier liegt das Missverständnis: Nein, die Länder werden defintiv nicht geplündert, sondern es werden Handelsposten errichtet. Das bestimme ich so als Autor :-) Diese erhöhen des Wert der Aktien. Ähnlich wie in den Eisenbahnspielen 18xx, deshalb der Name Afrika 1830, unter dem das Spiel den Hippodice Wettbewerb gewonnen hat.
      Aber ich werde Sie wohl nicht davon überzeugen können, deshalb bringt die Diskussion nichts und ich will das einfach mal so stehen lassen.

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    4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Das ist das Problem der HEUTIGEN Zeit: Wenn jemand nicht der gleichen Meinung wie man selbst ist, wird beleidigt (so zumindest kommt bei mir "rassistische Vorgehensweise" an). Wir werden uns mit einer Diskussion nicht annähern, ich könnte auch nur wieder meine Argumente wiederholen. Entscheidender ist aber für mich, dass wir mit dem Spielen ein schönes, friedliches und freundschaftliches Hobby haben. In einer Welt, die aktuell sehr aggressiv (geworden) ist.

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